Der BSC Kickers 1900 spielt seit über 125 Jahren in Berlin-Schöneberg. In dieser Zeit hieß der Verein fünfmal anders, verlor seinen Platz und bekam einen neuen, stieg in die Regionalliga auf und bis in die C-Klasse ab. Hier erfährst du etwas über die Geschichte des Vereins und die Menschen, die ihn geprägt haben.
Die Geschichte des Vereins
Vier Vereine, ein Name
Die Kickers gehen auf vier Schöneberger Vereine zurück, die um die Jahrhundertwende entstanden: den Schöneberger FC Borussia 1899, den Berliner Thor- und FC Elf 1900, den Schöneberger Thor- und FC Sportlust 1904 und den BFC Hubertus 1905.
Elf 1900 und Hubertus 1905 schlossen sich 1912 zum BFC Hubertuself 1900 zusammen – von diesem Verein stammt die Jahreszahl, die der Club bis heute im Namen trägt. Sportlust und Borussia taten sich 1920 zusammen.
Am 1. November 1923 fanden beide zueinander: als Schöneberger FC Kickers 1900. Der Sportplatz zwischen Monumenten- und Kolonnenstraße wurde umgebaut, eine Tribüne bot Platz für 15.000 Zuschauer.
Der größte Erfolg: 1927
1927 benannte sich der Verein in Berliner FC Kickers 1900 um – und erlebte im selben Jahr seine bis heute stärkste Saison. In der Oberliga holten die Kickers neben Hertha BSC den Staffelsieg. Die Entscheidungsspiele um die Verbandsmeisterschaft gingen gegen Hertha verloren, mit 2:5 und 1:4. Erspielt war damit trotzdem etwas Großes: die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft.
Im Berliner Poststadion drehten die Kickers ein Spiel gegen den Duisburger Spielverein von 0:3 auf 5:4. In der Zwischenrunde in Nürnberg war gegen die Spielvereinigung Fürth mit 0:9 Schluss.
Auflösung, Krieg und Wiederzulassung
Danach ging es abwärts, bis in die 2. Klasse. Wegen Zahlungsschwierigkeiten verfügte der Verband die Auflösung des Vereins; eine Zeit lang musste er unter dem Namen „Grün-Weiß-Rot“ antreten. Dass es überhaupt weiterging, lag an Männern wie Willi Hellwich, Rudi Plötz, Walter Junga, Gustav Janke, Willi Klug und Erwin Drebert.
Nach 1945 waren die alten Vereinsnamen verboten, Sport war nur in kommunalen Sportgruppen erlaubt. Die Kickers fanden sich in der SG Schöneberg Nord wieder; Gustl Manz, Rudi Faustmann und Walter Nikodem übernahmen die Führung. Ab der Spielzeit 1949/50 durfte der alte Name wieder geführt werden. Seit 1951 heißt der Verein BSC Kickers 1900.
Der Platz an der Monumentenstraße
Der alte Kickers-Platz wurde abgerissen, das Gelände ging an die Stadtreinigung. 1952 entstand auf dem früheren Polizeikasernengelände ein neuer Tennenplatz. Am 1. Oktober 1970 weihte ein Spiel gegen Hertha BSC den Rasenplatz an der Monumentenstraße ein.
Ab 1972 kostete der Bau einer Schule und eines Kinderzentrums dem Verein zwei Spielfelder an der Kesselsdorfstraße. Die Spiele mussten zeitweise auf die Radrennbahn und an den Vorarlberger Damm ausweichen. Erst ab September 1977 spielte der Verein wieder durchgehend auf eigenem Platz.
Auf und ab
1952/53 stieg Kickers hinter Hertha 03 Zehlendorf in die Vertragsliga auf. 1960 gelang das noch einmal: Vor fast 3.000 Zuschauern an der Monumentenstraße traf Karl Thierbach zum 1:0 gegen Blau-Weiß 90, im Rückspiel hielt Torwart Klaus Adomat das Tor sauber.
Unter Trainer Max König erreichte der Verein 1968 die Regionalliga und hielt sich dort vier Jahre. Der Abstieg 1970 war ein Einschnitt: Die Mehrzahl der Spieler verließ den Verein.
Mit dem Mauerbau am 13. August 1961 war der Spielverkehr mit den Ostberliner Mannschaften beendet. Erst mit der Wiedervereinigung des Berliner Fußballs zur Saison 1991/92 wurden wieder gemeinsame Staffeln gebildet.
1990 stand mit dem Abstieg in die C-Klasse der Tiefpunkt der Vereinsgeschichte. Seit 1991/92 ist die erste Herrenmannschaft 14-mal auf- oder abgestiegen.
Menschen, die geblieben sind
Günther Witte führte den Verein 21 Jahre lang, von 1956 bis 1977, und wurde danach Ehrenvorsitzender. Nach ihm übernahmen Peter Baake, Manfred Kappert, Jörg Loudwin und Dieter Bölke den Vorsitz.
Die größten Titel der jüngeren Vereinsgeschichte holte die Altliga: 1987 gewann sie das Berliner Pokalendspiel mit 3:2 gegen Adler Mariendorf, 1989 mit 1:0 gegen Tasmania 73.
Mannschaftsbilder
Von den Aufstiegen der 1950er und 1960er Jahre sind nur noch briefmarkengroße Aufnahmen übrig – größer gibt es sie nirgends mehr.







Mädchen- und Frauenfußball
Eine Idee im „Kesselsdorfer Eck“
Im April 1979 entstand im Lokal „Kesselsdorfer Eck“ in der Monumentenstraße die Idee, ein Frauen-Team zu gründen. Sie kam von zwei Spielerinnen des HC Schöneberg, die am Ende selbst nie für die Kickers spielen sollten.
Zum ersten Team gehörten Constanze und Daniela Griesert, Gaby Schröder, Petra Wärren, Silvia Weber, Christine Amende, Beatrice Otto, Kerstin Götze, Heidi Hauke, Christine Kaulisch, Manuela Lassahn, Sabine Fiebiger und Fatma Ekinci, die als erste türkische Fußballspielerin in Berlin gilt. Trainer war Gerhard Eichstädt.
Zwei Aufstiege und ein Hallentitel
1986 stieg das Team in die Landesliga auf – der erste Titel der Frauenabteilung. 1989 erreichte es nach zehn Jahren erstmals die Verbandsliga, 1994 zum zweiten Mal; die Entscheidung fiel am letzten Spieltag mit einem 1:0 beim BFC Südring. 1998 gewann Kickers die Hallenmeisterschaft der Verbandsliga.
Von Weihnachten 1983 an betreute Alma Treptow das Team zehn Jahre lang.
Abbruch und Wiederbeginn
2002 standen nur noch acht Spielerinnen zur Verfügung, der Abstieg war die Folge. Mitten in der Saison 2004/05 musste das Frauen-Team vom Spielbetrieb zurückgezogen werden.
Im Dezember 2005 belebten Detlef und Charlotte Zielinski die Frauenabteilung wieder. Der Aufstieg in die Landesliga gelang mit einem 4:0 im letzten Saisonspiel gegen den SC DJK Roland auf eigenem Platz. 2009 war erneut Schluss; ein Anlauf auf dem Kleinfeld ab 2012 unter Michael Rempf hielt ebenfalls nicht.
Die Mädchen ab 1995
1995 gründete Gabriele Thun, selbst ehemalige Spielerin des Frauen-Teams, das erste Mädchen-Team des Vereins – mit elf türkischstämmigen Spielerinnen. Ab 1996/97 spielten ein B- und ein D-Mädchen-Team im Punktspielbetrieb, betreut von Dagmar Wollschläger, trainiert von Wilfred Peschel.
1998 holten die D-Mädchen auf Anhieb den Staffelsieg in der Bezirksliga. Franziska Kelm und Burcu Kocabiyikoglu wurden zur U14-Auswahl des Berliner Fußball-Verbandes eingeladen. 2009 kam auch dieser Bereich zum Stillstand.
Bilder aus drei Jahrzehnten
Aus dem Vereinsarchiv, vom ersten Frauen-Team 1979 bis zu den B-Juniorinnen 2007.










Und heute
Seit der Saison 2025/2026 stellt der Verein wieder Mädchen- und Frauenteams in jeder Altersklasse. Für den Aufbau erhielten die Kickers 2025 und 2026 jeweils den 2. Platz beim Förderpreis für Frauen- und Mädchensport des Bezirks Tempelhof-Schöneberg.
Mehr dazu steht auf der Seite Mädchen- und Frauenfußball.
Kennste noch?
Ehemalige Mitglieder haben dem Verein alte Aufnahmen geschickt. Größer als hier gibt es sie leider nicht mehr – die Bilder wurden schon vor Jahren fürs Web verkleinert.








Wer eine Aufnahme beisteuern kann oder jemanden auf diesen Bildern erkennt: Wir freuen uns über eine Nachricht über die Seite Kontakt.
Seit 1900 in Schöneberg zu Hause.